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18.12.2015 / Titel / Seite 1

Kriegsroutine in Berlin

Der Bundestag verlängerte am Donnerstag zwei Auslandsmandate der Bundeswehr. Schon wieder. Vor dem Parlament wurde protestiert. Wie immer

Johannes Supe

Der Terminkalender von Uwe Hiksch ist eine Zeittafel bundesdeutscher Kriegseinsätze. Wenn im Parlament über die Entsendung des Militärs entschieden wird oder die Bundeswehr ein Rekrutierungsbüro eröffnet – dann steht auch Hiksch »Gewehr bei Fuß«. Stets ruft er mit dem Verein Naturfreunde, dem er vorsteht, zur Protestdemonstration auf, auch die Friedenskoordination ist mit dabei. Einige Dutzend versammeln sich dann vor dem Reichstagsgebäude. In Stellvertretung einer schweigenden Mehrheit, die Krieg gar nicht und Soldaten nicht im Ausland haben will. Seit fünf Jahren geht das so. 13mal, vielleicht auch 14mal – so genau kann er das aus dem Kopf nicht sagen – stand Hiksch allein in diesem Jahr vor dem Parlamentsgebäude. Gestern war es wieder soweit. Drinnen wurde abermals Krieg beschlossen.

Eine Parlamentsmehrheit von 467 gegen nur 133 Stimmen verlängerte am Donnerstag den Bundeswehreinsatz im Mittelmeer. Dort werden wie bislang 500 deutsche Soldaten an der NA...

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