14.12.2015 / Feuilleton / Seite 11

Unendlich beunruhigt

Für die Nähe: Die Berliner Galerie Weißer Elefant widmet dem Philosophen Emmanuel Lévinas eine Ausstellung

Su Tiqqun

Mit Stecknadeln und Tesaband hat Aurélie Pertusot die Umrisse einer typisch Altberliner Fensterfront auf die Wand »gezeichnet«. Die Rahmen der Fenster sind dünn wie Papier. Die Wand dahinter wirkt offen. Ich möchte hinausschauen. Der unsichtbare Protagonist der Ausstellung, der Philosoph Emmanuel Lévinas, dessen 20. Todestag sich am 25. Dezember jährt, hätte dieser Wahrnehmung widersprochen oder auch nicht.

Die Ausstellung, die sich der ethischen Dimension im Kunstwerk annimmt, thematisiert die »Spur des Anderen, das sich im Antlitz manifestiert, welches sein plastisches Wesen durchstößt wie ein Seiendes, das ein Fenster öffnet.« Zwölf junge Künstlerinnen offenbaren dieses Andere als Geste der eigenen Befindlichkeit: Alice Baillaud, Christine Berndt, Ilona Kálnoky, Astrid Köppe, Edith Kollath, Nana Kreft, Pia Linz, Charlotte Perrin, Aurélie Pertusot, Lilla von Puttkamer, Anne Rinn und Marcelina Wellmer.

Ihre Arbeiten illustrieren nichts. Der Berliner Galeri...

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