Gegründet 1947 Dienstag, 23. April 2019, Nr. 94
Die junge Welt wird von 2181 GenossInnen herausgegeben
24.11.2015 / Thema / Seite 12

Prosa mit Haltung

Vor zehn Jahren starb Harry Thürk. Er war einer der meistgelesenen Autoren der DDR

Kai Köhler

Um einen Schriftsteller kennenzulernen, hilft manchmal der Blick auf seine Feinde. Über Harry Thürk schrieben sie zum Beispiel folgendes: Ein »deutscher demokratischer Denunziant« sei er, so Die Zeit 1979 in einer Aburteilung des Romans »Der Gaukler«. Was Thürk produziere, sei »rote Kolportage« eines »fleißigen Genossen«, die »sehr oft an die entsprechenden Bücher und Filme aus dem Dritten Reich« erinnere. Und weil der Schriftsteller nach dem Anschluss der DDR immer noch seine Leser hatte, prägte Der Spiegel 1995, anlässlich einer Neuauflage des Kriegsbuchs »Die Stunde der toten Augen«, das Schlagwort vom »Konsalik des Ostens«, dessen »politpornographische Romane« immer noch Spitzenauflagen erzielten.

Manches davon ist Unsinn. Der Nazivergleich von 1979 ist einer platten Totalitarismusideologie geschuldet. Er wurde 1995 vom Spiegel, der sich an »Sprachbilder des Stürmer und der Prawda« erinnert wähnte, aufgegriffen und dadurch nicht richtiger. Bei Th...

Artikel-Länge: 22117 Zeichen

Sie benötigen ein Online-Abo • jetzt bestellen
Bitte einloggen
Hilfe bei Einlog-Problemen

Abo abschließen

Gedruckt

Printabo

Sechs mal die Woche: Hintergrund und Analysen, Kultur, Wissenschaft und Politik. Und Samstag acht Seiten extra.

39,60 Euro/Monat Soli: 49,60 €, ermäßigt: 28,60 €

Online

Onlineabo

24/7: Sofortiger Zugang zu allen Artikeln und Beilagen. Downloads, Mailausgabe, Features, das ganze Archiv.

18,60 Euro/Monat Soli: 23,60 €, ermäßigt: 11,60 €

Verschenken

Geschenkabo

Anderen eine Freude machen: Verschenken Sie jetzt ein Abonnement der Printausgabe.

39,60 Euro/Monat Soli: 49,60 €, ermäßigt: 28,60 €