23.11.2015 / Inland / Seite 2

»Glyphosat wird massenhaft eingesetzt«

Bei der Risikobewertung von Herbiziden müssen deren Zusammenspiel und Wechselwirkungen eine größere Rolle spielen. Gespräch mit Sophia Guttenberger

Ralf Wurzbacher

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit, EFSA, hat in der Vorwoche »Entwarnung« für den Einsatz des Unkrautvernichters Glyphosat gegeben, über dessen Neugenehmigung in der EU derzeit verhandelt wird. Es sei »unwahrscheinlich«, dass von dem Herbizid eine krebserregende Gefahr ausgehe, erklärte die Behörde. Was bedeutet dieser Befund für das weitere Verfahren?

Die Empfehlung wird Grundlage sein für die Entscheidung der EU-Kommission, ob Glyphosat über den Sommer 2016 hinaus zugelassen wird oder nicht. Maßgeblich für die EFSA-Einschätzung ist wiederum ein Bericht des Bundesinstituts für Risikobewertung, BfR. Der ist offiziell noch unter Verschluss, aber Teile davon hat inzwischen der MDR veröffentlicht. Die BfR-Forscher kommen darin zu dem Schluss, dass Glyphosat höchstwahrscheinlich krebserregend und fruchtschädigend ist, dies allerdings nur bei unsachgemäßer Anwendung.

Was wäre demgegenüber eine sachgemäße und unbedenkliche Anwendung?

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