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17.11.2015 / Ausland / Seite 6

»Totaler Krieg«

Nach Anschlägen von Paris: Aggressive Rhetorik aus europäischen Hauptstädten. Lateinamerika mahnt zum Frieden

Volker Hermsdorf

Die Anschläge in Paris wurden in aller Welt einhellig verurteilt. Während jedoch vor allem in Lateinamerika viele Politiker zur Besonnenheit mahnten und dazu aufriefen, die Ursachen des Terrors zu bekämpfen, rühren andere – in Europa und den USA – die Kriegstrommeln und fordern mehr Überwachung sowie den Ausbau der Militärpräsenz im Inneren der europäischen Länder.

Frankreichs Präsident François Hollande, der die Terrorangriffe in ersten persönlichen Stellungnahmen noch als »Horror« bezeichnet und vom »Kampf gegen den Terror« gesprochen hatte, wechselte in späteren, von seinem Stab vorbereiteten Reden die Rhetorik. Noch am Sonnabend erklärte er die Anschläge zu »Kriegshandlungen«. Es gehe nun um »die Verteidigung des Vaterlandes«, sagte Hollande. Sein 2012 abgewählter Vorgänger Nicolas Sarkozy kündigte in Goebbelsschem Vokabular den »totalen Krieg« an.

Übertroffen wurde diese Kriegsrhetorik noch vom neuen polnischen Außenminister Witold Waszczykowski. Der u...

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