13.11.2015 / Inland / Seite 4

Ritualisierter Budenzauber

Staatsspitze feiert 60. »Geburtstag« der Angriffsarmee mit Anleihen aus dem preußischen Militarismus in Berlin

Frank Brendle

Mit einem Rückgriff auf den preußischen Militarismus feierte die Bundeswehr am Mittwoch abend ihren 60. Gründungstag: 530 Soldatinnen und Soldaten marschierten vor dem Reichstagsgebäude auf und zelebrierten einen sogenannten Großen Zapfenstreich. Am 12. November 1955 hatten die ersten 101 Freiwilligen der Bundeswehr ihre Ernennungsurkunden erhalten.

2.500 Ehrengäste durften der Zeremonie beiwohnen, die ansonsten streng von der Öffentlichkeit abgeschottet war. Teile des Berliner Regierungsviertels waren zum militärischen Sperrgebiet erklärt worden. Rund 300 Demonstranten protestierten gegen den Militäraufmarsch.

Beim Großen Zapfenstreich handelt es sich um das aufwendigste militärische Ritual der Republik. Es besteht aus einer im wesentlichen Anfang des 19. Jahrhunderts festgelegten Abfolge von Fackelträgern, Musik, Gebet und Nationalhymne. Speziell sind auch die Waffen, die das Wachbataillon für diesen Einsatz aus der Traditionskiste holt: für die Wehrmacht...

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