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07.11.2015 / Geschichte / Seite 15

»Aus gerechtem Mitleiden«

Brandenburg-Preußens Kurfürst Friedrich Wilhelm nahm 1685 französische Flüchtlinge auf

Horsta Krum

Im Frankreich des 16. Jahrhunderts hatte ein blutiger Bürgerkrieg zwischen Katholiken und Protestanten getobt. Heinrich IV. beendete ihn 1598 mit dem Edikt von Nantes und sicherte der protestantischen Minderheit Rechte zu, die sie nach der Ermordung des Königs im Jahr 1610 allmählich verlor und vergeblich einzuklagen versuchte. Im Oktober 1685 widerrief der »Sonnenkönig« Ludwig XIV. den Erlass. Den Protestanten verbot er die Religions­ausübung; sie mussten zur katholischen Kirche zurückkehren und sollten im Lande bleiben – im Gegensatz zu ihren Pastoren, die zur Auswanderung gedrängt wurden. Drei Wochen nach dem Widerruf – nach dem in Brandenburg-Preußen gültigen Julianischen Kalender am 29. Oktober, nach dem heutigen Gregorianischen der 8. November – unterzeichnete Kurfürst Friedrich Wilhelm das Edikt von Potsdam. Er lud die französischen Protestanten in sein Land zum Bleiben ein und legte darin Einzelheiten ihrer Eingliederung fest.

Die Bevölkerung...

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