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23.10.2015 / Inland / Seite 4

Die These von der »Superzelle«

NSU-Prozess: Markiertes Kartenmaterial soll Aufschluss über geplante Anschläge und Raubzüge geben. Nebenklageanwalt vermutet: Kerntrio wollte weitere Zellen »anleiten«

Claudia Wangerin

Im Münchner NSU-Prozess hat das Gericht diese Woche zahlreiche Stadtpläne und Notizen ausgewertet, die zum Teil aus dem mutmaßlichen Hauptquartier des »Nationalsozialistischen Untergrunds«, der Zwickauer Wohngemeinschaft von Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe stammen. Weitere Papiere fanden sich in dem Wohnmobil, in dem Mundlos und Böhnhardt am 4. November 2011 nach einem zunächst erfolgreichen Bankraub in Eisenach angeblich Selbstmord begangen hatten, als sich Polizeibeamte näherten. Am selben Tag war die Wohnung des Trios in der Zwickauer Frühlingsstraße ausgebrannt – allem Anschein nach wollte Zschäpe Beweismittel vernichten, die dennoch zahlreich in der Brandruine gefunden wurden.

Erläuterungen zu dem Kartenmaterial mit Markierungen und den Notizen gaben Ermittler des Bundeskriminalamtes (BKA) ab. Vor dem Oberlandesgericht München präsentierten sie am Mittwoch mehrere Karten thüringischer und bayerischer Städte. Auf den Plänen von Arnstadt u...

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