22.10.2015 / Inland / Seite 5

»Alles gesagt«

Hartz-IV-Sanktionen gegen Minderjährige: Arbeitsministerium lehnt Stellungnahme ab, Familienministerium fühlt sich nicht zuständig

Christina Müller

Man trifft sie vor Bahnhöfen oder in Parks: Jugendliche, die Passanten anbetteln. Über 20.000 Minderjährige und gut 30.000 18- bis 27jährige leben auf Deutschlands Straßen abgekoppelt von allen Hilfesystemen, wie kürzlich das Deutsche Jugendinstitut in einer Studie schätzte. Nach Ansicht von Jörg Richert vom Berliner Verein »Karuna« könnten die Zahlen noch höher liegen (jW berichtete). Durch Agenda 2010 hat sich die Lage verschärft: Für unter 25jährige, die Hartz IV beziehen, kann eine nicht geschriebene Bewerbung schon drei Monate Leistungsentzug bedeuten. Das betrifft auch Minderjährige ab dem 15. Geburtstag. Rund 1.500 dieser nur eingeschränkt geschäftsfähigen Jugendlichen waren 2014 monatlich durch Jobcenter sanktioniert, mehr als 200 von ihnen sogar vollständig. Das räumte die Bundesagentur für Arbeit (BA) vergangene Woche auf Nachfrage ein (siehe jW vom 19. Oktober). Wie passt das mit dem Jugendschutz zusammen? Das Bundesfamilienministerium fühlte s...

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