21.10.2015 / Feuilleton / Seite 11

Wie nennt man das?

Unter dem Titel »Liebe Erinnerung Stammheim« wurde in Berlin ein Fotoroman von Karsten Hein vorgestellt, der sich auch mit der verdrängten BRD-Geschichte beschäftigt

Anne-Lydia Mühle

»Wo jeder fotografiert, sind Fotografen unsichtbar«: Der polnische Fotograf Kazimierz Henrykowski fühlte sich wohl, wo er unbeobachtet war. Anfänglich im Verborgenen fotografierte er eine junge Frau. Das erste Bild entstand am 3. September 2005, einem Sonntag, um 14 Uhr. »Kazimierz kam gerade vom Flughafen Tegel. Der Ort, an dem er diese schöne Frau in diesem schönen Kleid an diesem schönen Sonntag sah, war die Straße vor dem Frauengefängnis Plötzensee.« Die Schauspielerin Nadja Schulz-Berlinghoff las diesen Text im Rahmen der Veranstaltung »Liebe Erinnerung Stammheim« am Montag im Berliner FSK-Kino, einer Lesung mit Bildprojektion und Musik der Gruppe Golem. Vorgestellt wurde der 2014 erschienene Fotoroman »Das vierte Album« von Karsten Hein mit Bildern von Kazimierz Henrykowski.

Wie ein Stalker hatte sich Kazimierz an die Unbekannte herangeschlichen, er fotografierte sie und folgte ihr bis zum Flughafen Tegel, wo sie jedoch nicht eincheckte, sondern sic...

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