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02.10.2015 / Wochenendbeilage / Seite 1 (Beilage)

»Ich musste lernen, dass Kämpfen hier ganz anders aussah«

Gespräch mit Inge Viett. Über ihr langjähriges Exil in der DDR und die gesellschaftliche Realität nach dem Verschwinden der sozialistischen Alternative in Deutschland

Johannes Supe

»Nur wer dort gelebt hat kann begreifen, was zerstört wurde.« Das haben Sie in Ihrer Autobiographie über die DDR geschrieben, in der Sie nach Ihrer Zeit in der Guerilla acht Jahre verbrachten. Als ich geboren wurde, war man gerade dabei, den Sozialismus zu zerschlagen – gehört habe ich von ihm nur in Erzählungen. Was ging da verloren? Lässt sich das in wenigen Worten beschreiben?

Nein, wenige Worte können das sicherlich nicht angemessen deutlich machen. Heute rede ich auch weniger gefühlig darüber als vor 25 Jahren, als ich noch mitten in der Bewältigung der Niederlage war.

Die Mehrheit der DDR-Bevölkerung hat ihr Land ja nicht bewusst als gesellschaftliche Alternative zum Kapitalismus empfunden, sondern eher als das »andere« Deutschland, in dem sie ein stabiles und sicheres Leben führten, in relativer Gleichheit, mit relativem Wohlstand in relativer Freiheit. Mit guter Bildung, einem relaxten Arbeitsumfeld, viel Kultur und mannigfachen Möglichkeiten, ei...

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