26.09.2015 / Ausland / Seite 7

Entfesselte Staatsmacht im Nordsinai

Ägypten vertreibt gezielt die Bevölkerung an der Grenze zum Gaza-Streifen

Sofian Philip Naceur/Kairo

Das Vorgehen ägyptischer Sicherheitskräfte im sogenannten Antiterrorkampf wird bereits seit langem misstrauisch beäugt. Der »versehentliche« Beschuss einer Touristengruppe in der Weißen Wüste durch die Armee vor rund einer Woche war die vorerst letzte Episode einer ganzen Reihe von Fehlschlägen. Derweil sorgt ein Bericht der US-amerikanischen Organisation Human Rights Watch (HRW) für Aufregung, der Ägypten für die Vertreibung Tausender Menschen im Norden der Sinaihalbinsel an der ägyptisch-palästinensischen Grenze kritisiert. Dem Report zufolge sind seit 2013 allein in Rafah, der Grenzstadt zum palästinensischen Gaza-Streifen, 3.255 Familien aus ihren Häusern vertrieben worden.

HRW wirft Kairo vor, mit den Zwangsräumungen in Rafah gegen internationales Recht zu verstoßen. Ägypten versprach zwar Kompensationsleistungen für enteignete Familien und zahlt diese zumindest teilweise aus, doch seien die Beträge zu niedrig, um Betroffene für ihre Verluste ...

Artikel-Länge: 4052 Zeichen

Zum Aufrufen dieser Seite ist ein Onlineabo erforderlich

Jetzt die junge Welt abonnieren und Zugriff auf alle Artikel erhalten!

Bitte einloggen

Hilfe und Informationen

Abo abschließen

Welche Vorteile bietet ein Onlineabo?

  • Zugriff auf das Archiv seit 1997, alle Artikel und Recherchewerkzeuge.
  • E-Mail-Abo im Text-, HTML- oder E-Pub-Format.
  • Zugriff auf Seiten im PDF-Format.
  • Verwalten eigener Lesezeichen.

Zur aktuellen Ausgabe