25.09.2015 / Thema / Seite 12

Neofeudalismus im Finanzmarktkapitalismus

Nach der Kritik des Bundesverfassungsgerichts 2014 und den aktuellen »Korrekturen« der großen Koalition: Die Steuerprivilegien für Unternehmerfamilien bestehen fort

Christoph Butterwegge

Steinreich wird man hierzulande am ehesten durch die massenhafte Ausbeutung fremder Arbeitskraft – das industriekapitalistische Modell der Reichtumsmehrung im 19. und 20. Jahrhundert –, durch erfolgreiche Spekulationen an den Finanzmärkten – das »kasinokapitalistische« Modell der Reichtumsmehrung im späten 20. und im 21. Jahrhundert – oder durch eine große Erbschaft – das feudalgesellschaftliche Modell des Mittelalters, welches derzeit fröhliche Urständ feiert. Aufgrund der von CDU, CSU, FDP und SPD in zwei unterschiedlichen Koalitionsregierungen gesetzlich fixierten Verschonungsregelungen für Erben von Betriebsvermögen verwandelt sich Deutschland wieder in eine »patrimoniale Gesellschaft«, wie der französische Ökonom Thomas Piketty ein Land nennt, in dem die Höhe des »väterlichen Erbes« darüber entscheidet, wer arm und wer reich ist.

Damit sich diese Form eines Neofeudalismus im Finanzmarktkapitalismus etablieren kann, muss sich der Staat im Erbsc...

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