11.09.2015 / Titel / Seite 1

Knüppeln statt helfen

Leerstehende Spekulationsimmobilie in Berlin besetzt, um soziales Zentrum für Flüchtlinge zu schaffen. Polizei räumt und geht brutal gegen Demonstranten vor

Michael Merz

Am Donnerstag morgen war es kurz vorbei mit dem Dornröschenschlaf eines ehemaligen TU-Gebäudes am Spreeufer. Aktivisten besetzten das Haus, stiegen auf das Dach, hängten Transparente an die Außenfassade. Ihr Ziel: In dem früheren Institut ein soziales Zentrum mit Notunterkunft für Flüchtlinge einzurichten. Es dauerte Stunden, bis Bereitschaftspolizisten vor Ort waren. »Das war nicht vorherzusehen«, sagte der Einsatzleiter zu jW. »Wir wurden völlig überrascht.« Am Nachmittag stürmten schließlich Beamte einer Hundertschaft das Haus.

Seit Wochen müssen Flüchtlinge unter unhaltbaren Bedingungen vor der Berliner Erstaufnahmestelle, dem Lageso (Landesamt für Gesundheit und Soziales), ausharren. Die Behörde verlässt sich auf die Unterstützung freiwilliger Helfer. Sie stellt Hostel-Gutscheine für Flüchtlinge aus, obwohl diese in den günstigen Herbergen längst nicht mehr akzeptiert werden. Laut Aussagen von Unterstützern wurden vom Land Berlin bereits seit Februar...

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