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10.09.2015 / Feuilleton / Seite 11

Und niemand steht über mir

Dokfilm als Gottesdienst: »Giovanni Segantini – Magie des Lichts« mit einem raunenden Bruno Ganz

André Weikard

»Die Kunst stirbt niemals, sie ist mit unseren Leidenschaften verknüpft, deshalb ist sie unzerstörbar.« Sätze mit so viel Pathos verzeiht man nur wenigen. Werner Herzog vielleicht. Und Bruno Ganz. In Christian Labharts schwelgerischem Dokumentarfilm »Giovanni Segantini – Magie des Lichts« muss Sprecher Bruno Ganz viele solcher Sätze sagen. Sie alle stammen aus der Feder Giovanni Segantinis (1858–1899). Denn der Dokfilmer Labhart ließ nur einen einzigen Zeugen für sein filmisches Künstlerporträt zu: den Künstler.

Zitate aus den autobiographischen Schriften, unterlegt mit der Musik von Violinist Paul Giger und dem Carmina-Quartett, wiegen schwer. »Ich hätte Soldat werden können, dann wäre ich nun General. Aber über mir stände der König. Ich hätte Priester sein können, da wäre ich nun Kardinal. Aber über mir stände der Papst. Darum bin ich Künstler geworden. Denn so bin ich frei. Und niemand steht über mir«, schreibt Segantini, sagt Ganz. Und so redete man e...

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