08.09.2015 / Feuilleton / Seite 10

Wirtschaft als das Leben selbst. Stilgemeinschaften

Helmut Höge

Auf der Fraueninsel im Chiemsee gab es kürzlich ein Symposion über »Verbinden und Trennen: Der ›Practice Turn‹ bei den Medienwissenschaften«. Gemeint war die wissenschaftssoziologische »Folge den Akteuren«-Direktive. Zwei Marburger Konferenzteilnehmer nannten das »Von-unten-nach-oben-Perspektive«. Konkret hatten sie dazu den Einsatz von Videokameras bei Snowboardern untersucht. Es ist naheliegend, diese Praxis als neoliberale Verblödung abzutun. Doch diese Diagnose wurde von den Marburgern aus der Perspektive einer »Von-oben-nach-unten-Kulturkritik« widerlegt. Ihrer Einschätzung nach handelt es sich nicht um eine individualistische »Selfie-Kultur«, sondern um dem Individualismus entgegengesetzte Vermittlungen von Körpern in coolen Posen und akrobatischen Manövern zur Hervorbringung von »Communities of style«.

Dies entnahm ich dem Protokoll des Chiemsee-Symposions, das der Medienforscher Philipp Goll schrieb und wovon er mir eine Kopie schickte. Sein Text ...

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