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08.09.2015 / Betrieb & Gewerkschaft / Seite 15

Fünf Franken für ein Bier, 500 für die Lehre

In der Schweiz werden Azubis außerordentlich schlecht bezahlt. Die Juso streitet für faire Vergütung

Tarek Idri, Bern

Im Land, in dem ein Bier fünf und ein Döner auch mal neun Franken kostet, werden die Auszubildenden mit Brosamen abgespeist. Martina Munz weiß das aus eigener Erfahrung. 500 Franken bekommt man zu Beginn der Elektroinstallateurslehre. Ein Skandal, meint Munz, die heute für die Sozialdemokratische Partei (SP) im Schweizer Nationalrat, dem Parlament der Alpenrepublik, sitzt. Ein Ausreißer nach unten ist diese eine Lehre nicht. Das Portal Berufsberatung.ch, an das der Gewerkschaftsbund junge Leute verweist, listet »Empfehlungen« für Ausbildungsvergütungen auf. Ein Fotofachmann, heißt es da, solle im ersten Lehrjahr 500 Franken bekommen, im letzten dann 800. Ein Maler zunächst 500, später 1.200 Franken. Und eine Friseurin soll gar mit 400 Franken einsteigen.

Am 29. August riefen die Schweizer Jungsozialisten (Juso) zum »nationalen Aktionstag« in Bern auf. Während einer Podiumsdiskussion wurden die Missstände in der Ausbildung angeprangert.

5,3 Milliarden Fran...

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