07.09.2015 / Inland / Seite 4

»Es geht um ein Menschenleben«

Hungerstreikender Erwerbslosenaktivist im Krankenhaus. Linke-Chefin Kipping: Bundesarbeitsministerin muss handeln

Susan Bonath

Seit mehr als zwei Jahren wird der Hartz-IV-Betroffene und Erwerbslosenaktivist Ralph Boes vom Jobcenter Berlin-Mitte mit dem Entzug sämtlicher Leistungen bestraft – jetzt liegt er im Krankenhaus. Er sei am Samstag mit Atemnot, Schwächeanfällen und starken Herzproblemen eingewiesen worden, informierte der 58jährige telefonisch junge Welt. Er liege am Tropf und werde medizinisch überwacht. Unterstützer aus der »Bürgerinitiative bedingungsloses Grundeinkommen« (BbG) bestätigten dies.

Bis dahin hatte Boes 67 Tage keine feste Nahrung zu sich genommen. Er hungerte öffentlich mit täglichen Aktionen vor dem Brandenburger Tor, zuletzt vor dem Bundestag. So will er auf die Situation von Hartz-IV-Beziehern aufmerksam machen, die unter der Strafpraxis leiden. Nach dem Zweiten Sozialgesetzbuch (SGB II) können Jobcenter Betroffenen stufenweise die Leistungen kürzen, wenn sie zugewiesene Jobs oder Maßnahmen ablehnen, zu wenige Bewerbungen schreiben, Termine verpassen o...

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