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04.09.2015 / Ausland / Seite 6

Präsident angeklagt

Guatemala: Staatschef Otto Pérez Molina tritt nach Erlass von Haftbefehl zurück. Neuwahlen am Sonntag

Lena Kreymann/Mexiko-Stadt

Am Ende ging es doch nicht mehr: Guatemalas Präsident Otto Pérez Molina hat in der Nacht zum Donnerstag nach langem Zögern seinen Rücktritt erklärt. Er wolle so »auf individuelle Weise« den gegen ihn erhobenen Vorwürfen begegnen, sagte sein Sprecher Jorge Ortega. Sein Anwalt César Calderón erklärte zudem, dass sich der Staatschef am Donnerstag (Ortszeit) den Behörden stellen werde. Die hatten Stunden zuvor einen Haftbefehl gegen den Staatschef erlassen. Das Gericht muss dann darüber entscheiden, ob gegen ihn Untersuchungshaft oder Hausarrest verhängt wird. Auch ohne seinen Rücktritt verlöre Pérez Molina dadurch seinen Posten, erklärte Generalstaatsanwältin Thelma Aldana. Bis zum Ende der Legislaturperiode Mitte Januar wird vermutlich Vizepräsident Alejandro Maldonado Aguirre die Amtsgeschäfte führen. Dann tritt der neue Staatschef sein Amt an, der am Sonntag gewählt werden soll.

Am Dienstag hatte der Kongress die Immunität von Pérez Molina aufgehob...

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