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28.08.2015 / Inland / Seite 5

Permanenter Krisenzustand

Löhne kürzen und privatisieren: Der Geschäftsführer des Europäischen Stabilitätsmechanismus will Griechenland für das Finanzkapital disziplinieren

Simon Zeise

Er ist einer der Strippenzieher, die seit Jahrzehnten die Wirtschaftspolitik in Deutschland und der Europäischen Union gestalten: Klaus Regling, der geschäftsführende Direktor des »Eurorettungsschirms« (EFSF) und des »permanenten Eurorettungsschirms« (ESM), verdeutlichte am Donnerstag in Berlin die Maßnahmen, mit denen sein Fonds für Griechenland wieder »Investorenvertrauen« zurückgewinnen will.

Regling arbeitete über Jahre im Bundesfinanzministerium. Nur als für ein knappes Jahr sein Chef Oskar Lafontaine hieß, bat er um Versetzung in den einstweiligen Ruhestand. Er war beim Internationalen Währungsfonds (IWF) angestellt, war maßgeblich an der Ausgestaltung der Maastricht-Kriterien für den Euro-Beitritt beteiligt und brachte Kanzler Gerhard Schröder zur Weißglut, weil er in dessen Legislatur ein Defizitverfahren gegen die Bundesrepublik einleitete.

Vor einer Woche schnürte der Europäische Stabilitätsmechanismus (ESM) Athen das sogenannte dritte Rettungsp...

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