26.08.2015 / Ausland / Seite 7

Befreiungskrieg umgedeutet

Museum des Großen Vaterländischen Krieges in Kiew umbenannt und zweckentfremdet: Statt des Sieges über den Nazismus zu gedenken, werden jetzt Faschisten geehrt

Frank Brendle/Kiew

An den Kampf gegen den Faschismus will man sich in Kiew nicht mehr erinnern. An der Fassade des Museums des Großen Vaterländischen Krieges in der ukrainischen Hauptstadt, das an die Befreiung durch die Rote Armee erinnert, wurde am vergangenen Freitag die neue Bezeichnung Museum der Geschichte der Ukraine im Zweiten Weltkrieg angebracht. Drei Tage vor dem Unabhängigkeitstag wurde damit eine weitere geschichtspolitische Flurbereinigung im Sinne ukrainischer Nationalisten vorgenommen. Die Umbenennung erfolgte offiziell bereits Mitte Juli in einem Erlass des Kulturministeriums.

Das Museum, das mit seinem weitläufigen Denkmalgelände das größte seiner Art in der Ukraine ist, versucht seit Monaten, das nach wie vor hohe Ansehen, das die Befreier vom Nazifaschismus genießen, in eine politische Unterstützung für den Krieg gegen die Aufständischen im Donbass umzumünzen. Es gelte sich in Erinnerung zu rufen, wie schon im Zweiten Weltkrieg der Feind aus dem Heimatla...

Artikel-Länge: 4404 Zeichen

Sie benötigen ein Online-Abo • jetzt bestellen

Bitte einloggen

Abo abschließen

  • Online

    Onlineabo

    24/7: Sofortiger Zugang zu allen Artikeln und Beilagen. Downloads, Mailausgabe, Features, das ganze Archiv.

    18,60 Euro/Monat Soli: 23,60 €, ermäßigt: 11,60 €
  • Gedruckt

    Printabo

    Sechs mal die Woche: Hintergrund und Analysen, Kultur, Wissenschaft und Politik. Und Samstag acht Seiten extra.

    39,60 Euro/Monat Soli: 49,60 €, ermäßigt: 28,60 €
  • Verschenken

    Geschenkabo

    Anderen eine Freude machen: Verschenken Sie jetzt ein Abonnement der Printausgabe.

    39,60 Euro/Monat Soli: 49,60 €, ermäßigt: 28,60 €

Kurzzeitabo abschließen

Zur aktuellen Ausgabe