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11.08.2015 / Inland / Seite 4

Massenmenschenhaltung

Dresden: Enge, Unterversorgung, Krankheiten: Katastrophale Zustände im Zeltlager für Flüchtlinge trotz Wohnungsleerstands

Susan Bonath

In Sachsens Landeshauptstadt Dresden stehen 20.000 Wohnungen leer. Diese Zahl gab der Leiter des Stadtplanungsamtes, Stefan Szuggat, bereits Ende Juni bekannt. Er nannte eine Leerstandsquote von 6,8 Prozent. Dessen ungeachtet müssen rund 1.000 Flüchtlinge unter menschenunwürdigen Bedingungen in einem Lager mit 35 Großzelten kampieren. Ärzte sprachen von einer »humanitären Katastrophe«: Erdrückende Enge, mangelnde medizinische und hygienische Versorgung, sich ausbreitende Krankheiten. Die »Zeltstadt« sei »eben eine Notlösung«, versuchte ein Sprecher des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) Sachsen am Montag auf Nachfrage von junge Welt zu beschwichtigen. Und: Einiges habe sich seit der Berichterstattung am Wochenende verbessert. Das DRK betreut das Erstaufnahmelager in der Bremer Straße, Betreiber ist der Freistaat.

Dass die Zustände im Dresdner Lager überhaupt öffentlich wurden, ist den Ärzten Gerhard Ehninger und Kai Loewenbrück zu verdanken. Sie hatten am verg...

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