Der Schwarze Kanal
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10.08.2015 / Inland / Seite 4

Ausnahmezustand wird zur Regel

Asylsuchende in Berlin werden bei Hitze ihrem Schicksal überlassen. Sozialsenator bleibt im Urlaub, und Politik reagiert mit Wiedereinreisesperren

Simon Zeise

Unter der brennenden Sonne warteten am Freitag hunderte Flüchtlinge vor Berlins zentraler Erstaufnahmestelle für Asylsuchende am Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) in der Turmstraße. Einige von ihnen konnten eines der wenigen zur Verfügung gestellten Zelte ergattern, andere mussten im angrenzenden Tiergarten schlafen. Unter ihnen Neugeborene, schwangere Frauen, Kinder und Alte. Versorgt wurden sie von freiwilligen Helfern der Stadtteilinitiative »Moabit hilft«, nur ein Wasserhahn stand ihnen zur Verfügung – es herrschten 38 Grad im Schatten.

Allein am Donnerstag seien 1.930 Flüchtlinge und Asylbewerber zum Lageso gekommen, sagte eine Sprecherin. 675 Menschen suchten die Leistungsstelle auf, um Krankenscheine und Sozialleistungen zu erhalten. 1.255 wollten sich als Asylbewerber registrieren lassen. Im Schnitt kämen täglich zwischen 1.000 und 2.500 Flüchtlinge: 300 bis 550 Menschen von ihnen stellen einen Erstantrag auf Asyl.

Die Behörde ist übe...

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