10.08.2015 / Feuilleton / Seite 11

Wissenschaft, Planung, Verharmlosung

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft mauert: Trotz Kritik an deren Ausstellung über Nazi-Umsiedlungspläne bleibt die Schau die selbe

Sabine Lueken

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), die zentrale Organisation zur Förderung wissenschaftlicher Forschung in Deutschland, hat 2006 eine kleine Ausstellung erarbeiten lassen. »Wissenschaft – Planung – Vertreibung. Der Generalplan Ost der Nationalsozialisten« hieß die. Auch die Rolle der DFG in der Nazizeit wird in ihr thematisiert. Aber auf eine Art, dass Kritik nicht ausblieb. Doch geändert hat sich nichts. Nach einer Tour durch 18 deutsche Städte und Gedenkstätten und einige polnische ist sie jetzt in unveränderter Form bis August in der Berliner »Topographie des Terrors« zu sehen.

Der »Generalplan Ost« war ein gigantomanisches Umsiedlungs- und Bevölkerungsprogramm für Europa. Die jüdische Bevölkerung, die in den von Hitlerdeutschland eroberten »Ostgebiete« lebte, sollte unterschiedslos ermordet werden. Slawen sollten hingegen selektiert und dann entweder versklavt, umgebracht oder »eingedeutscht« und zu niederen Arbeiten herangezogen werden. Auch ...

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