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08.08.2015 / Titel / Seite 1

Kiew flieht nach vorn

Die Staatspleite der Ukraine ist nahe. Finanzministerin Jaresko setzt den Gläubigern die Pistole auf die Brust. Die bleiben aber stur.

Reinhard Lauterbach

Natalja Jaresko, US-Bankerin und derzeit Finanzministerin in Kiew, pokert hoch. Sie hat von den internationalen Gläubigern des Landes ultimativ einen Schuldenschnitt um 40 Prozent gefordert. Der Deal müsse bis Ende nächster Woche unter Dach und Fach sein, sagte Jaresko der Neuen Zürcher Zeitung vom Freitag. Anderenfalls komme eine im September fällige Zinszahlung in Gefahr. Zuvor hatten die kommerziellen Gläubiger eine Einladung Jareskos zu einem Treffen in London platzen lassen, das am Donnerstag hatte stattfinden sollen. Daraufhin sackten ukrainische Anleihen auf 57 Prozent ihres Nennwerts ab. Man lasse sich nicht mit 48 Stunden Vorlaufsfrist ans andere Ende der Welt bestellen, zitierte die Agentur Bloomberg am Mittwoch den Vertreter des US-Fonds Franklin Templeton.

Es geht Kiew darum, seine aufgelaufenen Auslandsschulden um mindestens 15 Milliarden US-Dollar zu reduzieren. Die Ukraine hätte gern alles gleichzeitig: einen Schuldenschnitt, niedrigere Zin...

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