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08.08.2015 / Feuilleton / Seite 10

Zweierlei Armut

Wiglaf Droste

Ein Hamburger Freund schrieb mir, hin- und hergerissen zwischen Empörung, Tränen und Wut: »In Hamburg an der Stadtgrenze sollten Zelte für Flüchtlinge gebaut werden. Da gab es große Demonstrationen, mit Arschgeigen, die Sprüche losließen wie: ›Wo ist der weiße Hai, wenn man ihn braucht…?‹ Da möchte ich nur nur reinschießen. Im feinen Pöseldorf an der Alster ist ein ehemaliges Verwaltungsgebäude umgebaut worden für Flüchtlinge, doch der dort wohnende Anwaltsdreck demonstriert ebenfalls. Da dann eher mit Sprüchen wie: ›Wo sollen die denn einkaufen? Hier gibt es ja nicht mal ’nen Aldi.‹«

Ich konnte das Fast-sich-erbrechen-müssen und die Phantasie des Schusswaffeneinsatzes meines Freundes gut verstehen. Der Mann ist alles andere als ein Radikalinski, er macht seine sehr gute und befriedigende Arbeit sehr gut und erfolgreich, er ist nicht von Klassenhass geprägt, son...

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