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08.08.2015 / Wochenendbeilage / Seite 3 (Beilage)

Der Schwarze Kanal

Putin und der Giftpenis

Arnold Schölzel

Anfallweise, wenn es Sommer ist und heiß in Deutschland, wenn der »Einheit« genannte Anschluss wieder mal Jubiläum hat und sich die Gurken fürs Saure krümmen, dann donnert es im bundesdeutschen Blätterwald, und triumphierend verkündet der Bürgerredakteur, er habe die Stasi gesehen: Das Monster lebt. So war’s z. B. im Sommer 2010, als der Finanzprofessor Marcel Tyrell aus Friedrichshafen den Rappel hatte und eine »Studie« vorlegte, in der er final erklärte, warum aus dem Aufschwung Ost nichts geworden war. Das von »Stasispitzeln gesäte Misstrauen« bremse die Wirtschaft und sei letztlich für »bis zu sieben Prozent der Einkommensunterschiede zwischen Ost und West« und für »fast 26 Prozent der Unterschiede bei den Arbeitslosenzahlen« verantwortlich. So stand es damals im Focus. Und in der Thüringer Landeszeitung schreckte der Ostethnologe die Eingeborenen mit: Das »Gift des Kraken Stasi« werde im Osten »von Generation zu Generation« weitergegeben.

Wer solch U...

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