06.08.2015 / Inland / Seite 8

»Das Verweigern ist ein Symbol des Widerstandes«

Die elektronische Gesundheitskarte hat schon drei Milliarden Euro gekostet und nützt vor allem der Industrie. Ein Gespräch mit Jan Kuhlmann

Gitta Düperthal

Bei der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) klappt aber auch gar nichts: Obgleich deren Entwicklung bislang etwa drei Milliarden Euro gekostet haben soll, unterscheidet sie sich quasi nur durch das Passbild vom Vorgängermodell. Was ist das Problem?

Die Industrie kriegt es nicht hin, die Infrastruktur für die eGK zu liefern. Die federführende Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte mbH (Gematik) hat die Komplexität des Projekts unterschätzt. Sie will eine eierlegende Wollmilchsau schaffen und alle Probleme zugleich lösen, die im Datenaustausch im Gesundheitssystem auftreten. Ständig tauchen weitere Sicherheitslücken auf, was immer wieder Zeit und Geld kostet. Sie hat sich übernommen; nutzt so jedoch die Möglichkeit, fortwährend Geld aus dem Krankenversicherungssystem abzuziehen. Wir vom Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung (AKV) sagen: Dieses Projekt subventioniert nur die IT-Industrie, z. B. um Geld in die Kassen der Münchner C...

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