03.08.2015 / Politisches Buch / Seite 15

Aus der Defensive

Wolfgang Gehrckes Schrift zum Antisemitismusvorwurf gegen Linke

Daniel Bratanovic

Der Vorwurf des Antisemitismus auch und gerade gegen Linke wird nicht selten leichtfertig und in verleumderischer Absicht erhoben. Das Unternehmen, diesen Vorwurf begründet zurückzuweisen, wie Wolfgang Gehrcke das mit seiner kleinen Schrift beabsichtigt, ist verständlich und berechtigt – und scheitert in seinem Falle dennoch. Kritikabel ist insbesondere das 5. Kapitel.

Gehrcke unterstellt die Existenz einer Kampagne, also eines (von oben) zentral geplanten und gesteuerten Vorgehens, von vorne bis hinten durchorganisiert, bei dem noch der letzte antideutsche Fußtrupp seine Order erhalten haben soll, um Rufmord an der Linken (nicht nur an der gleichnamigen Partei) zu begehen. Weil er das nicht beweisen kann, konstruiert er ein Szenario des möglichen Ablaufs, koordiniert von Mitgliedern zweier miteinander verwobener und weitverzweigter elitärer Netzwerke: der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik und des American Jewish Committee in Deutschlan...

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