31.07.2015 / Feuilleton / Seite 11

Wie ein Herzklabaster

So stirbt ein sozialistischer Staat: Die »Leipzig Filme 1986–97« von Andreas Voigt als DVD-Box

Christof Meueler

Verlegene Polizisten, aufgekratzte Demonstranten und der Sekretär für Agitation und Propaganda der SED Leipzig spricht gefasst in die Kamera: »Große Schichten der Bevölkerung sind in eine Bewegung gekommen, die wir hier in Leipzig noch nicht kannten«. Ein Fabrikarbeiter meint: »Eine Gewerkschaft, die sagt, wir wollen jetzt zu echter Gewerkschaftsarbeit übergehen, ist unmöglich, beschämend im Grunde genommen, weil die damit zugibt, dass sie jahrelang keine Gewerkschaft war.« Ein alter Mann sagt vor dem provisorischen Büro des Neuen Forums, das in einer Altbauwohnung untergebracht ist: »Die Dialogsache ist Käserei«.

Solche Szenen sind in dem DEFA-Dokumentarfilm »Leipzig im Herbst« von Andreas Voigt und Gerd Kroske zu sehen. Er dauert 54 Minuten und zeigt Aufnahmen zwischen dem 16. Oktober und dem 7. November 1989 in Leipzig. Hierfür wurden Voigt und Kroske auf der Leipziger Dokfilmwoche Ende November 1989 mit einer Taube außer Konkurrenz ausgezeichne...

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