31.07.2015 / Thema / Seite 12

»Beherrschen und verdeutschen«

Am 31. Juli 1915 reichte der Schwerindustrielle Gustav Krupp beim Kaiser eine Kriegszieleingabe ein

Reiner Zilkenat

Im Sommer des Jahres 1915 hatten sich die Hoffnungen des deutschen Imperialismus auf ein rasches Ende des vor einem Jahr begonnenen Weltkrieges endgültig als Illusion erwiesen. Im Westen dauerte der Stellungskrieg gegen die französischen und britischen Heere an. Auch der am 22. April 1915 zum ersten Mal von deutscher Seite im großen Stil praktizierte Einsatz von insgesamt 150 Tonnen Giftgas in der Zweiten Flandernschlacht, die ergebnislos abgebrochen werden musste, hatte daran nichts geändert (siehe jW-Thema vom 22.4.2015). Der erste Luftangriff auf London am 31. Mai hatte keinerlei militärische Wirkungen erzielt, sondern diente vorrangig als Propagandacoup für die »Heimatfront«.

Anders stellten sich die Verhältnisse im Osten dar. Hier konnten deutsche und österreichische Truppen die Festung Przemyśl wiedererobern sowie Lemberg, Lublin, am 5. August 1915 schließlich Warschau und kurz darauf Brest-Litowsk in ihre Hand bringen. Den deutschen Heeren u...

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