10.07.2015 / Schwerpunkt / Seite 3

Von Srebrenica zur »Schutzverantwortung«

Rüdiger Göbel

Die Welt blickt an diesem Wochenende nach Srebrenica. In die Stadt im Osten der ehemaligen jugoslawischen Republik Bosnien-Herzegowina waren vor 20 Jahren serbische Truppen einmarschiert. Sie sollen dort binnen weniger Tage Tausende muslimische Männer und Jugendliche systematisch exekutiert haben. »Srebrenica« gilt als »der größte Massenmord auf europäischem Boden nach dem Zweiten Weltkrieg« und als »Versagen der westlichen Wertegemeinschaft«. Die habe nämlich das Verbrechen tatenlos geschehen lassen. »Srebrenica, Juli 1995: Mehr als 8.000 bosnische Muslime werden von christlichen Serben ermordet, niemand schreitet ein. Wie konnte das geschehen?« bringt Die Zeit die Fragestellung in ihrer aktuellen Ausgabe auf den Punkt, um schließlich zu konstatieren: Seit dem »Völkermord« werde über militärische Interventionen »anders diskutiert«. Tatsächlich hat in Deutschland etwa der Grünen-Politiker Joseph Fischer seine einst pazifistische Partei unter Hinweis auf S...

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