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07.07.2015 / Ausland / Seite 2

»Seit viereinhalb Jahren lebe ich in der Wüste«

Vergessene Flüchtlinge in Tunesien: Weder Wasser, noch Lebensmittel, noch ärztliche Versorgung. Und ohne Rechte. Ein Gespräch mit Bright S.

Ika Dano

Bright S. (er möchte anonym bleiben) ist der Vertreter von Voice of Choucha, einer Gruppe von Flüchtlingen, die in der tunesischen Wüste zurückgelassen wurden.
Sie sind 2011 als Flüchtling ins Choucha-Lager in der tunesischen Wüste gekommen. Warum sind Sie dort gelandet?

Wir alle sind dorthin vor dem Krieg in Libyen geflüchtet. Nach Libyen kamen wir, weil wir in unseren Heimatländern persönlich oder politisch verfolgt wurden. Ich selbst musste aus Nigeria fliehen. Ich stellte mir nicht die Frage, wohin – wichtig war für mich, dass ich überhaupt flüchten konnte. Die Umstände, unter denen ich in Nigeria lebte, ließen mir keine Wahl. Anfang 2011 kam ich in Choucha an, als die UN das Lager für die Kriegsflüchtlinge aus Libyen eröffnete. Seitdem lebe ich dort. Viereinhalb Jahre lang in der Wüste.

Das Camp wurde vor zwei Jahren offiziell geschlossen. Wie kam es dazu?

Das UNHCR – die Flüchtlingshilfe der UN – hatte in Zusammenarbeit mit der tunesischen Regierung...

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