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30.06.2015 / Betrieb & Gewerkschaft / Seite 15

Schlimmer als in den 50ern

Studie zu Organisierung in den USA: Kollektive Tarifverhandlungen kaum noch möglich. Nicht nur Konzerne behindern Gewerkschaften, auch Politik greift ein.

Claudia Wrobel

Bei vielen gesellschaftlichen Entwicklungen scheint ein Blick in die USA noch immer wie der Blick in eine Kristallkugel, die die europäische Zukunft vorhersagt. »The American way of life«, die amerikanische Art zu leben, scheint noch immer für viele nachahmens- und erstrebenswert, besonders für europäische Konzerne, die in den USA investieren, erläuterte Joseph McCartin am vergangenen Dienstag in Berlin. Der Professor der Georgetown-Universität in Washington (D.C.) stellte seine Studie »Sanierung des bröckelnden Tarifsystems? – Gewerkschaften und Arbeitsbeziehungen in den Vereinigten Staaten von Amerika« vor, die er im Auftrag der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung verfasst hat.

Laut McCartin ist die Organisierung in den vergangenen Jahren stark zurückgegangen, nur noch gut sechs Prozent der Beschäftigten im privaten Sektor sind überhaupt Mitglied einer Gewerkschaft. Rechnet man die Angestellten im öffentlichen Dienst hinzu, ergibt sich ein Organisationsg...

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