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29.06.2015 / Schwerpunkt / Seite 3

Eine Kette von Zufällen?

NSU-Prozess: Der Mord in Kassel 2006 und das Netzwerk der Vertuscher und Tatortreiniger. Wie der Geheimdienstmann Andreas Temme geschützt wird

Wolf Wetzel

Einmal mehr soll in dieser Woche im NSU-Prozess vor dem Oberlandesgericht München der frühere hessische Geheimdienstmitarbeiter Andreas Temme als Zeuge gehört werden. Er befand sich am 6. April 2006 zur Tatzeit in jenem Internetcafé in Kassel, in dem Halit Yozgat erschossen wurde. Laut Anklageschrift handelte es sich dabei um den neunten rassistisch motivierten Mord, der der rechten Terrorgruppe »Nationalsozialistischer Untergrund« (NSU) zugeschrieben wird.

Der Mord in Kassel weist zwei Besonderheiten auf: Zur Tatzeit war ein Mitarbeiter des Verfassungsschutzes am Tatort. Und nicht irgendeiner: Andreas Temme, der den Spitznamen »Klein Adolf« trug. Er führte einen ortsbekannten Neonazi als V-Mann, mit dem er vor und nach der Mordtat in telefonischem Kontakt stand.

Und es gibt eine weitere Besonderheit: Nach dem Mord an dem Besitzer des Internetcafés, Halit Yozgat, brach die rassistische Mordserie ab. Aus der Logik der Täter heraus ist dies nicht zu erkläre...

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