15.06.2015 / Thema / Seite 12

Mit Bismarck

In ihren außen- bzw. geopolitischen Planspielen knüpfen Vertreter der Neuen Rechten an den alten Reichskanzler an. Dem wie denen geht es immer nur um eines: um Deutschland

Helmut Kellershohn

Im Mittelpunkt des Diskurses der Jungkonservativen¹ über Russland steht nicht Russland, sondern Deutschland. Alles Räsonieren über russische Interessen verfolgt das Ziel, nach Wegen und Möglichkeiten zu suchen, wie Deutschland seine eigenen nationalen Interessen in Europa und gegenüber der Supermacht USA zur Geltung bringen kann. Und alles Schwärmen für den letzten »Metaphysiker« unter Europas tonangebenden Politikern, nämlich Wladimir Putin, ist nichts anderes als die erhoffte Bestätigung dafür, dass die hier angestrebte »Kulturrevolution von rechts« keine pure Fiktion, sondern in Russland bereits ein Stück weit Wirklichkeit geworden ist: das russische Vorbild also als Impuls für die Umgestaltung der deutschen Verhältnisse.

Die folgenden Ausführungen konzentrieren sich vor allem auf die geopolitischen Mustern folgende Argumentation der jungkonservativen Neuen Rechten um die Wochenzeitung Junge Freiheit und das Theorieorgan Sezession, das vom Institu...

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