Gegründet 1947 Mittwoch, 19. Juni 2019, Nr. 139
Die junge Welt wird von 2198 GenossInnen herausgegeben
06.06.2015 / Wochenendbeilage / Seite 4 (Beilage)

Schatten der Gewalt

Auch mehr als zwanzig Jahre nach dem Genozid sind die Ereignisse in Ruanda präsent. Das kleine Land in Ostafrika pendelt zwischen Auseinandersetzung mit der jüngsten Geschichte und der Verdrängung von deren Auswirkungen

Simon Loidl

Hinter den letzten Hügeln, auf denen sich Kigali ausbreitet, beginnt eine tropisch-grüne Ebene. Die Straße führt über den Nyabarongo, einen der Quellflüsse des Nils, der ruhig durch die sumpfige Landschaft südlich der ruandischen Hauptstadt fließt. Die idyllische Umgebung gibt keinen Hinweis auf die Ereignisse des Jahres 1994, als unzählige Menschen von den Interahamwe-Milizen hier ins Wasser geworfen wurden – lebende wie bereits ermordete.

Der Bus fährt bis Nyamata, eine etwa 30 Kilometer südlich von Kigali gelegene Stadt mittlerer Größe. Die Frage nach der Kirche von Nyamata beantwortet einer der Buspassagiere mit dem Hinweis, dass es dort mehrere Kirchen geben würde; auch die Präzisierung der Frage nach einer Gedenkstätte führt zu keiner Antwort. Obwohl es in dem kleinen Land 20 Jahre nach dem Genozid viele Orte des Erinnerns und ein modernes Museum zu den Ereignissen gibt, ist der Umgang damit alles andere als selbstverständlich. Dafür sind die Greuel...

Artikel-Länge: 12193 Zeichen

Sie benötigen ein Online-Abo • jetzt bestellen
Bitte einloggen
Hilfe bei Einlog-Problemen

Abo abschließen

Gedruckt

Printabo

Sechs mal die Woche: Hintergrund und Analysen, Kultur, Wissenschaft und Politik. Und Samstag acht Seiten extra.

41,80 Euro/Monat Soli: 52,80 €, ermäßigt: 29,80 €

Online

Onlineabo

24/7: Sofortiger Zugang zu allen Artikeln und Beilagen. Downloads, Mailausgabe, Features, das ganze Archiv.

19,80 Euro/Monat Soli: 25,80 €, ermäßigt: 12,80 €

Verschenken

Geschenkabo

Anderen eine Freude machen: Verschenken Sie jetzt ein Abonnement der Printausgabe.

41,80 Euro/Monat Soli: 52,80 €, ermäßigt: 29,80 €