05.06.2015 / Thema / Seite 12

Alt, dreckig, profitabel

Braunkohlekraftwerke sind wirtschaftlich lukrativ und belasten die Umwelt besonders stark. Gegen den Vorschlag eines geringen »Klimabeitrags« aus dem Wirtschaftsministerium formiert sich gemeinsamer Widerstand von Energiekonzernen und Gewerkschaften

Bernd Müller

Klimaschutz polarisiert. Nachdem Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) im März die Pläne für einen »Klimabeitrag« auf alte Kraftwerke ins Spiel gebracht hatte, inszenierten sich Gegner und Befürworter in den Medien und versuchten, ihre Position zu stärken. Mit dem Projekt sollen vor allem die Betreiber von umweltbelastenden Braunkohlekraftwerken stärker als bislang zur Senkung der Kohlendioxidemission beitragen.

Bisheriger Höhepunkt der medialen Kampagnen beider Seiten war der 25. April. Umweltorganisationen hatten aufgerufen, mit einer rund 7,5 Kilometer langen Menschenkette im rheinischen Kohlerevier für einen schrittweisen Ausstieg aus der Kohleverstromung und für Gabriels Klimabeitrag zu demonstrieren. Rund 6.000 Menschen aus Deutschland und ganz Europa folgten dem Appell. Die Kohlelobby hatte am selben Tag nach Berlin mobilisiert. Aufgerufen hatten die Bergbaugewerkschaft IG Bergbau, Chemie, Energie und die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di...

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