Gegründet 1947 Montag, 17. Juni 2019, Nr. 137
Die junge Welt wird von 2198 GenossInnen herausgegeben
28.05.2015 / Feuilleton / Seite 10

Nicht über Nacht

Christoph Butterwegge beschreibt die sogenannten Hartz-IV-Reformen als von langer Hand geplantes Herrschaftsprojekt

Werner Seppmann

Die Beschäftigung mit den gravierenden sozialen Spaltungs- und Ausgrenzungstendenzen ist zu einem florierenden akademischen Gewerbezweig geworden. Eine Vielzahl von Untersuchungen und Publikationen haben etliche Einzelaspekte der Prekarisierungsprozesse beleuchtet. Den meisten dieser Veröffentlichungen ist eine glaubhafte Entrüstung über den Verfall sozialer Absicherung und die damit verbundene Zunahme ungeschützter Arbeit zu ruinösen Bedingungen anzumerken. Jedoch bleiben viele dieser Studien auf der Beschreibungsebene stecken. Präsentiert wird kaum mehr als eine »Ethnologie« sozialer Entwurzelungen.

Der Frage, warum diese soziale Kahlschlagpolitik mit großer Vehemenz betrieben wird, wird selten die notwendige Aufmerksamkeit geschenkt. Dieses Ausweichen vor den entscheidenden Fragen ist meist mit dem Bemühen verbunden, die sozialen Rückschrittsprozesse zu einer »neuen sozialen Frage« zu stilisieren. Neu an den Entwicklungen sei, dass die aktuelle Konflik...

Artikel-Länge: 4424 Zeichen

Sie benötigen ein Online-Abo • jetzt bestellen
Bitte einloggen
Hilfe bei Einlog-Problemen

Abo abschließen

Gedruckt

Printabo

Sechs mal die Woche: Hintergrund und Analysen, Kultur, Wissenschaft und Politik. Und Samstag acht Seiten extra.

41,80 Euro/Monat Soli: 52,80 €, ermäßigt: 29,80 €

Online

Onlineabo

24/7: Sofortiger Zugang zu allen Artikeln und Beilagen. Downloads, Mailausgabe, Features, das ganze Archiv.

19,80 Euro/Monat Soli: 25,80 €, ermäßigt: 12,80 €

Verschenken

Geschenkabo

Anderen eine Freude machen: Verschenken Sie jetzt ein Abonnement der Printausgabe.

41,80 Euro/Monat Soli: 52,80 €, ermäßigt: 29,80 €