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23.05.2015 / Wochenendbeilage / Seite 4 (Beilage)

Zarenadler und rote Fahne

Eine Reise auf die Krim, ein Jahr »danach«. Für die Bewohner ist der Alltag zurückgekehrt, doch sie erinnern sich noch gut an die Loslösung von der Ukraine

Hugo Braun

Die Aeroflot-Maschine landet in der Hauptstadt Simferopol. Das ist der Ort, in dem alles begann. »2009 fing es an. Da haben wir mit einer Gruppe junger Leute unsere Bürgerbewegung gegen die zunehmende Diskriminierung der russischen Mehrheit durch die Regierung in Kiew gegründet«, sagt Dimitri Polonski, heute Minister für Innere Politik und Information der Republik Krim.

Der 34jährige, der seine Gesprächspartner im Regierungsgebäude am Lenin-Platz unkonventionell und mit offenem Hemdkragen empfängt, gilt als der zweite Mann im Staat und tatsächlicher Organisator der Loslösung von der Ukraine. »Aber der eigentliche Auslöser waren die Ereignisse auf dem Maidan in Kiew und die Versuche, ihn zu uns zu exportieren. Wir haben uns entschieden, diese Entwicklung bei uns nicht zu dulden. Eine deutliche Mehrheit war und ist bereit, sich auch mit Waffen gegen die ukrainischen Faschisten zur Wehr zu setzen.«

Dazu kam es nicht dank der grün uniformierten, schweigend lä...

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