21.05.2015 / Ansichten / Seite 8

Ein Fehler im Plan

Brosamen für sowjetische Kriegsgefangene

Sebastian Carlens

Mindestens 27 Millionen. An die Zahl sollte man dieser Tage gelegentlich denken. 27 Millionen Tote forderte der letzte deutsche Ostlandritt, der Überfall auf die Sowjetunion, alleine auf seiten dieses angegriffenen Landes. Mindestens 14 Millionen der in der UdSSR ermordeten Menschen waren Zivilisten. Von den knapp 6 Millionen Rotarmisten, die in deutsche Gefangenschaft gerieten, starben etwa 3,3 Millionen.

Geplant war das alles natürlich nicht. Eigentlich sollte niemand überleben, denn der Krieg gegen das »slawische Untermenschentum« war von vornherein als rassistischer Vernichtungskrieg konzipiert. Die russischen Weiten sollten deutscher Siedlungsraum werden, menschenleer, nicht vollgestellt mit »unerwünschten Großsiedlungsräumen« (deutsche Planungsbezeichnung für Leningrad 1941). Soldaten und Zivilisten, die nicht gleich vor Ort verreckten, wurden mit Viehwaggons zu diesem Zwecke ins deutsche Reich gebracht....

Artikel-Länge: 2861 Zeichen

Zum Aufrufen dieser Seite ist ein Onlineabo erforderlich

Jetzt die junge Welt abonnieren und Zugriff auf alle Artikel erhalten!

Bitte einloggen

Hilfe und Informationen

Abo abschließen

Welche Vorteile bietet ein Onlineabo?

  • Zugriff auf das Archiv seit 1997, alle Artikel und Recherchewerkzeuge.
  • E-Mail-Abo im Text-, HTML- oder E-Pub-Format.
  • Zugriff auf Seiten im PDF-Format.
  • Verwalten eigener Lesezeichen.

Zur aktuellen Ausgabe