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18.05.2015 / Inland / Seite 5

Sanktionieren statt integrieren

Jobcenter sparten 2014 rund 322 Millionen Euro durch Leistungskürzungen ein. 111 Ämter straften häufiger, als sie Erwerbslose vermittelten

Susan Bonath

Die Jobcenter in der Bundesrepublik setzen weiter darauf, »ungehorsame« Hartz-IV-Bezieher zu bestrafen. In 111 der insgesamt 424 Behörden übertraf 2014 die Zahl der Sanktionen die der »Integrationen«, also der Vermittlung in einen Job oder eine sogenannte Maßnahme. Zu diesem Ergebnis kommt Paul M. Schröder vom Bremer Institut für Arbeitsmarktforschung und Berufshilfe in einer jetzt veröffentlichten Auswertung der Statistiken der Bundesagentur für Arbeit (BA).

Im Ländervergleich nimmt Berlin danach den »ersten Platz« ein: Die Jobcenter der Hauptstadt »integrierten« im vergangenen Jahr 97.326 Klienten. Im gleichen Zeitraum verhängten sie 134.005 Leistungskürzungen. Hamburg folgt auf dem Fuß: Dort verhalfen die Ämter 30.165 Betroffenen zu einer Tätigkeit und sprachen 33.019 Sanktionen aus.

Im Osten der Republik, Berlin eingerechnet, wo laut Statistischem Bundesamt rund zehn Prozent der Bevölkerung von Hartz IV leben, agierten die Behörden besonders...

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