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16.05.2015 / Feuilleton / Seite 10

Ich bin ein Denunziant

Sowie ein Rabauke und ungezogen sowieso. Eine Nachrede zum PEN-Kongress

Otto Köhler

Natürlich bin ich ungezogen. Seit ich halbwegs vernünftig denken kann, bin ich das. Das war ich schon bei meinem ersten Auftritt 1949 auf einer Wahlversammlung der CSU im altfränkischen Hammelburg. Deren Präsidium befragte erst einmal die Anwesenden, ob ein Vierzehnjähriger hier überhaupt reden dürfe. Die Mehrheit sagte ja. Und da begann ich mit der Denunziation unseres bayerischen CSU-Kultusministers Alois Hundhammer, weil der das Faust-Ballett »Abraxas« von Werner Egk in München als »unanständig« vom Spielplan hatte absetzen lassen. Die CSU-Leute hörten sich das – ein paar Zwischenrufe wie »Rotzlöffel« gab es – geduldig an und ich konnte zu Ende reden, ohne dass mir das Wort entzogen wurde, damals.

Neun Jahre später, 1958, misslang der Versuch des Rektors der Universität Würzburg, Ulrich Stock – ein alter Nazi und Reichskriegsgerichtsrat –, meinen Antrag gegen einen weiteren bayerischen Kultusminister von der Tagesordnung der studentischen Vollversammlu...

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