25.04.2015 / Kapital & Arbeit / Seite 9

Der Libor-Club

Zu Lust und Risiken des Kapitalverkehrs

Lucas Zeise

In ernsten Zeiten sollte man sich mit komischen Dingen befassen. Anlässe dafür gibt es genug, z. B. die Nachricht, die US- und die britischen Finanzaufseher hätten der Deutschen Bank eine Strafe von 2,5 Milliarden Dollar aufgebrummt. Wofür? Für die Manipulation der Libor-Zinssätze. Komisch daran ist, dass die Deutsche Bank für etwas bestraft wurde, was übliche Praxis war. Schon viele internationale, im Zinsgeschäft tätige Kreditinstitute haben Strafzahlungen in derselben Angelegenheit akzeptiert.

Libor ist die Abkürzung für »London Inter Bank Offered Rate«, was bedeuten soll, dass die Banken in London sich zu diesem Zinssatz gegenseitig Geld anbieten. Klingt wie eine ziemlich exklusive Sache. Ist es auch. Denn bei den Geldhäusern handelt es sich, wie es nicht nur in Werbebroschüren heißt, um die »kreditwürdigsten Banken der Welt«. Wie alle Banken handeln sie mit Geld. In London aber nicht nur mit dem dort als Währung gültigen Pfund Sterling, sondern auch ...

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