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24.04.2015 / Inland / Seite 8

»Die Rüstungsspirale im Cyberkrieg gibt es längst«

Das Internet wird immer mehr zum Kampfplatz, es fehlen internationale Abkommen und Kontrollen. Ein Gespräch mit Sylvia Johnigk

Sebastian Watzek

Frau Johnigk, das FIfF warnt vor kriegerischem Handeln im Internet. Was bedeutet Cyberkrieg?

Ein Cyberkrieg beginnt mit der Ausspähung. Die Informationsgewinnung ist für einen Krieg das wichtigste Mittel, seine Gegner möglichst gut kennenzulernen. Das bezieht sich sowohl auf Personen als auch auf technische Systeme. Je mehr ich über die Systeme weiß und die Personen, die sie bedienen, umso besser kann ich kriegerische Maßnahmen – entweder gezielt oder mit Streuwirkung – umsetzen. Deshalb sind auch die Informationen von Edward Snowden so wichtig.

Es bleibt nicht bei der Ausspähung?

Ja, man sieht das an Fällen wie der Sabotage mit dem Stuxnet-Computerwurm, der im Iran Urananreicherungsanlagen zerstörte. Es zeigt sich auf einer nächsten Stufe bei gezielten Tötungen mit Drohnen. Gewonnene Informationen werden also genutzt, um missliebige Personen auszuschalten.

Fehlt es an Bewusstsein, dass manipulierte Computernetzwerke reale G...

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