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18.04.2015 / Ausland / Seite 8

»Ich treffe meine ehemaligen Folterer im Supermarkt«

Chile: Durch Hungerstreik wollen ehemalige politische Gefangene der Militärdiktatur Entschädigungen erkämpfen. Gespräch mit Nelly Cárcamo

Lena Kreymann

Nelly Cárcamo ist die Präsidentin der landesweiten Organisation ehemaliger politischer Gefangener in Chile. Sie selbst wurde unter Pinochet 1975 verhaftet, gefoltert und saß mehrere Jahre im Gefängnis. Anschließend lebte sie in der BRD im Exil und kehrte erst 1990 nach Chile zurück.

Am Montag sind in Chile erneut ehemalige politische Gefangene der Diktatur unter Augusto Pinochet von 1973 bis 1990 in den Hungerstreik getreten. Warum?

Die demokratischen Regierungen nach der Diktatur haben uns keine angemessenen Entschädigungen für unsere Zeit als politische Gefangene gezahlt und unsere Forderungen nicht erfüllt. Es gab lediglich ein paar Gesten, die letztlich nicht einmal den internationalen Verträgen gerecht werden, die Chile unterschrieben hat. Wir sind fast 40.000, so gut wie alle wurden damals auch gefoltert. Viele sind inzwischen aufgrund ihres Alters bereits gestorben. Unzählige leben in Armut, am Rande der Gesellschaft, oft in einem sehr schlechten ...

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