08.04.2015 / Ausland / Seite 6

Barsanis zweiter Verrat

Kurdische Regierung lässt Angehörige der jesidischen Minderheit verhaften

Nick Brauns

Für Angehörige der verfolgten religiösen Minderheit der Jesiden war es ein Schlag ins Gesicht: In der Nacht zum Montag verhafteten kurdische Sicherheitskräfte den Oberkommandierenden der jesidischen »Verteidigungskraft Şengal« (HPŞ), Heydar Shesho, in seinem Haus in der Provinz Dohuk. Shesho, der die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt, soll wegen Gründung einer »illegitimen Miliz« vor Gericht gebracht werden, erklärte ein Sprecher der kurdischen Regierung am Montag.

Shesho ist der Neffe des als »Löwe von Şengal« bekannter Qasim Shesho, der im vergangenen August die HPŞ gegründet hatte. Zuvor hatten sich Peschmerga der Demokratischen Partei Kurdistans (KDP) des kurdischen Präsidenten Massud Barsani aus der außerhalb des kurdischen Autonomieregion gelegenen jesidischen Siedlungsgebiet Şengal (Sindschar) zurückziehen müssen. Sie hatten trotz zahlenmäßiger Überlegenheit den Befehl erhalten, die Ortschaften angesichts der vorrückenden...

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