30.03.2015 / Ausland / Seite 7

Straffreie Imperialisten

Dem Bericht einer Historikerkommission zufolge vergewaltigten US-Soldaten und Söldner in Kolumbien mindestens 54 Minderjährige. Belangt wurden sie nie

Jonas Brander

Die Nachricht schockiert dieser Tage Kolumbien: In der etwa 100 Kilometer von Bogotá entfernt im Zentrum des Landes gelegenen Stadt Melgar sollen US-Soldaten und Söldner zwischen 2003 2007 mindestens 53 Mädchen missbraucht haben. Das berichtete die Tageszeitung El Espectador am vergangenen Donnerstag mit Verweis auf einen im vergangenen Monat veröffentlichen 800seitigen Bericht einer unabhängigen »historischen Kommission«. Die Täter filmten ihre Verbrechen demnach und verkauften die Aufnahmen als pornographisches Material. Um Einzelfälle soll es sich dabei nicht handeln. »Es gibt sehr viele Informationen über den sexuellen Missbrauch durch Soldaten, und aufgrund der bilateralen Abkommen und der diplomatischen Immunität von US-Offiziellen herrscht komplette Straflosigkeit«, erklärt Professor Renán Vega von der Universidad Pedagogica Nacional de Bogotá. Die Taten verurteilt er als »sexuellen Imperialismus«.

Ein weiterer im Bericht skizzierter Fall beschäfti...

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