26.03.2015 / Feuilleton / Seite 11

Die halbe Wahrheit

Der Dokumentarfilm »Flowers of Freedom« zeigt Kirgisinnen im Kampf gegen den rücksichtslosen Goldabbau oberhalb ihres Dorfes

Kai Köhler

Der Titel klingt nach Habt-euch-lieb und peinlichem Gemenschel. Der Dokumentarfilm von Mirjam Leuze über eine Gruppe kirgisischer Frauen, die sich gegen die Zustände in der Goldmine von Kumtor oberhalb ihres Dorfes wehren, ist aber viel besser. Leuze hat ihre Heldinnen über Jahre hinweg immer wieder besucht. So zeigt sie einen langen Weg vom außerparlamentarischen Widerstand, der von der Polizei niedergeknüppelt wird, bis zur Tätigkeit einer Aktivistin als Abgeordnete, die freilich immer noch Widerständen begegnet. Von der Regierung umworbene ausländische (in diesem Fall kanadische) Investoren lassen sich nicht mal eben so von einer Parlamentskommission kontrollieren. So ist denn auch der Kampf noch nicht beendet, und noch die aktuellen Reisehinweise des Auswärtigen Amtes warnen vor einem Besuch der Dörfer in der Nähe von Kumtor.

Stärke des Films ist die Zeit, die sich Leuze nimmt, um die Kirgisinnen vorzustellen. Man sieht die Gruppe nicht nur in der pol...

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