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24.03.2015 / Ausland / Seite 6

Grüne Männchen in Kiew

Auseinandersetzung um Kontrolle über staatliche Ölfirma eskaliert. Oligarch Kolomojskij schickt schwerbewaffnete Privatarmee

Reinhard Lauterbach

Im Kiewer Westen ist seit Freitag ein martialisches Bild zu beobachten. Schwerbewaffnete Männer in Kampfanzügen stehen vor und in dem Gebäude der staatlichen ukrainischen Öl- und Gasförderfirma »Ukrnafta«. Der Wachdienst hält sich raus, die Polizei schaut weg. Journalisten, die nachsehen wollten, was sich bei »Ukrnafta« tat, wurden unsanft aus dem Haus gedrängt; ein Reporter des US-Propagandasenders Radio Liberty wurde von einem untersetzten vollbärtigen Mann wüst beschimpft, er solle seine Nase in den eigenen Hintern stecken und nicht in Angelegenheiten, die ihn nichts angingen. Im Regierungsviertel bezog derweil die Nationalgarde Posten, Busse voller Aufstandsbekämpfungspolizisten standen tagelang an den Straßenecken.

Der untersetzte Herr mit Vollbart war der Oligarch Igor Kolomojskij, seit einem Jahr Gouverneur des Bezirks Dnipropetrowsk und als solcher durchaus bewährt im Niederschlagen »prorussischer Aufstände«. Das Massaker von Odessa am 2. Mai 2014...

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